Lange hat es gedauert, aber nach über 20 Jahren Abstinenz habe ich heute den Weg zurück zur Strasse wieder gefunden.
Die Geschichte
Alles hatte damals im Jahr 1982 angefangen. Mein erstes Kleinmotorrad war ein Piaggio Ciao mit umgebauter Sitzbank und natürlich einer besseren Übersetzung, damit ich auch etwas schneller (bis 55 km/h) vorwärts gekommen bin. Als mir das Moped dann geklaut wurde, war ich gar nicht erfreut. Alles Kleingeld und Erspartes zusammen gekratzt, kaufte ich meinen 2. Ciao mit entsprechender Ausrüstung. Viele Monate hatte mir mein 2. Ciao gute Dienste geleistet und auch während der Ausbildung konnte ich immer auf den Ciao zählen. Als während meiner Ausbildung mein Ciao plötzlich einen Platten hatte, wusste ich nicht ganz weiter und brachte meinen Ciao in die Motorradwerkstatt zu Heidelberger Motos. Irgendwie hatte mir niemand beigebracht, wie man einen defekten Schlauch wechselte. Als mein Ciao in der Werkstatt in Reperatur war, beobachtete ich die Mechaniker wie sie arbeiteten und stellte mir vor, ich wäre auch ein solcher Töffmech. Da ich in meiner Ausbildung nicht so viel Spass hatte, packte ich die Gelegenheit und fragte den Firmenchef ob es möglich sei, bei ihm eine Ausbildung zu machen. Nach einem spannenden Gespräch wurde mir eine Ausbildung als Fahr und Motorradmechaniker in Aussicht gestellt.
Die Ausbildung
So schmiss ich meine Ausbildung als Metalbauschlosser hin und begann eine Ausbildung als Fahr und Motorradmechaniker. 4 Jahre hatte die Ausbildung gedauert und ich hatte viel erlebt. Man muss sich vorstellen dass mein Ausbildner ein waschechter Hells Angels war. Ich muss heute rückblickend sagen, das war meine tollste Zeit. Jeden Tag um die Motorräder, Fahrräder und alle Fahrzeuge die es auf 2 Rädern gab. Ab dem 3. Lehrjahr durfte ich eine grosse Maschine mein Eigen nennen. Ich hatte mir eine Honda VF 750 erworben und in vielen Stunden die Maschine restauriert.
Natürlich hat diese Maschine meine ganze Töff-Karriere geprägt und ich hatte einige Erlebnisse und Kilometer damit verbracht. Der Motor war wirklich etwas besonderes. Der V4 Motor hatte damals das beste Drehmoment und die Technik wurde später dann von Yamaha mit dem Vmax bis heute zur Höchstform weiter entwickelt. Während meiner ganzen Ausbildung durfte ich jeden Tag mindestens eine Machine Probefahren und konnte bis zum Schluss viele Stunden auf den schönsten Motorrädern die es damals gab verbringen.
Der Abschied
Als ich nach der Ausbildung in meinem Beruf keine grossen Entwicklungsmöglichkeiten sah, kaufte ich mir noch einen Sofa-Roller um von A nach B zu kommen. Der Honda CN 250 war damals ein wendiger und flinker Roller der einiges an Kraft hatte und durch seinen Variomatik-Antrieb an der Ampel jedem anderen davon fuhr. Dann wurde es ruhiger um meine Motorräder. Der Job und die Karriere hatten mich gefordert und als dann noch die Gründung der Familie angestanden war, hatte ich wirklich keine Zeit und keine Gedanken mehr an die Motorräder.
Die Zukunft
Seit einiger Zeit hatte ich wieder Ausschau nach einem Motorrad gehalten aber leider nie das richtige Modell gefunden. Ich wollte ein Motorrad das schon etwas älter war und ich ohne grossen Probleme selber restaurieren konnte. Im Januar dieses Jahres war es dann soweit. Ich beobachtete ein geeignetes Motorrad auf einer Auktionsplattform und war der einzige Bieter. Ich hatte dann auch den Zuschlag bekommen und war ab sofort Besitzer meiner neuen Yamaha FJ 1200 mit Jahrgang 1987. Eine tolle Maschine die ich da erworben hatte und ab sofort in vielen Stunden in der Werkstatt revidiert wurde. Nach einigen technischen Überprüfungen wie Revisionen konnte ich nun heute eine erste grosse Testfahrt ins Appenzellerland unternehmen. Ich muss sagen, die FJ 1200 ist wirklich ein stabiles und leicht zu lenkendes Motorrad mit hervorragenden Touring-Eigenschaften.
Die Strasse hat mich wieder. Ich werde nun wieder vermehrt Touren machen und mich dem Hobby Motorradfahren widmen. Einen Tankrucksack habe ich schon und als nächste Anschaffung stehen dann Seitenkoffer und die Bekleidung meiner Frau an. Zusammen fahren ist doch viel schöner.




